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TEXTKONZERT

29 November ,20:00 - 22:00

FREIE RADICALE
Partita Radicale und Ulrich Land lassen sich von Else Lasker-Schülers „IchundIch“ zu Text und Musik provozieren

„IchundIch“ – das von Else Lasker-Schüler hinterlassene Fragment einer Tragödie, die das Theater auf einen ungemütlichen Trip schickt und „vom Himmel durch die Welt zur Hölle“ fahren lässt, kommt den vier Musikerinnen und dem Autor in die Quere. Animiert sie zur musikalischen und ihn zur literarischen Auseinandersetzung. Gedichtcollagen entstehen längs der Zeilen der Theaterstück-Bruchstücke, nachdenkliche, zerrende und juxende Improvisationen greifen Raum. Der Teufel wird mit dem Beelzebub beziehungsweise von einem gewissen Mephisto ausgetrieben, Goethe lässt seine und seinen Faust kreisen, Nazigrößen versinken in brodelnder Höllenlava. Und Faust lässt die Moral eine holprige Brücke über alle möglichen Zwiespältigkeiten hinweg spannen. Ulrich Land bleibt an einzelnen Sätzen, Szenen und Szenerien des letzten und politischsten Lasker-Schüler-Stücks hängen, beißt sich an Worten fest, lässt die Fantasie schweifen und eigene Schleifen drehen, collagiert „IchundIch“- Zitate mit aktuellen Gedankensplittern. Und die vier Partita-Radicale- Musikerinnen begegnen der Höllenfahrt mit instrumentalem Höhenflug, stellen gewagte Akkorde und wehende Harmoniefransen in den Raum, lassen freie Radikale rhythmisch flirren und mit Else Lasker-Schüler durchs Jammerwuppertal tanzen.

Partita Radicale zählt zu den profiliertesten Ensembles für Neue und Improvisierte Musik in Deutschland. Aktuell gehört das Quartett zu den durch eine Jury ausgewählten Ensembles, die im Rahmen des 2019 neu aufgelegten Programms zur Förderung freier Ensembles eine dreijährige finanzielle Unterstützung durch das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft erhalten. 1989 gegründet, verbindet die Musikerinnen aus Köln und Wuppertal eine Jahrzehnte währende Geschichte. Sie bildet eine verlässliche Basis, auf der die Musikerinnen gemeinsam immer neue, außergewöhnliche Projekte entwickeln. Besetzung: Gunda Gottschalk (Violine), Ortrud Kegel (Querflöte), Karola Pasquay (Querflöte) und Ute Völker (Akkordeon).

Ulrich Land, geboren 1956 in Köln, lebt als freier Schriftsteller in Freiburg und schreibt Erzählungen, Lyrik, Hörspiele und Radiofeatures. Bislang veröffentlichte er neun Romane – zuletzt „Hölderlins Filmriss“ –, an die hundert Funkfeatures und mehr als vierzig Hörspiele. Außerdem arbeitet er als Dozent für „creative writing“ unter anderem an der Uni Witten/Herdecke. In seinen Texten lotet er mit Vorliebe die Ränder des süßen Grauens und skurrile Alltagsereignisse aus: Krisen und Katastrophen, Süchte und Sehnsüchte. An Else Lasker-Schüler also kam er nicht ungeschoren vorbei.

Veranstalter

Else Lasker-Schüler Gesellschaft Wuppertal
Peter Kowald Gesellschaft/ort e.V

Veranstaltungsort

ort
Luisenstraße 116
Wuppertal, 42103
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