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LÄNGST LEBE ICH VERGESSEN IM GEDICHT | Live-Hörspiel

5. Mai 2019 ,11:00 - 13:00

LÄNGST LEBE ICH VERGESSEN IM GEDICHT
POETISCHE ZEITBLENDEN AUF DAS LEBEN ELSE LASKER-SCHÜLERS
LIVE-HÖRSPIEL VON HEINER BONTRUP

Was für ein Leben! Sie geht noch zur Schule, da wird sie schon als Jüdin von den Mitschülern gemobbt. Ihre Ehen scheitern, Liebesbeziehungen zu anderen Männern halten nicht lang. Sie ist 58 Jahre alt, als ihr einziger Sohn an Tuberkulose stirbt. Ein Schmerz, der ihr weiteres Leben durchstimmen wird. 1933 wird sie auf offener Straße von SA-Mob geschlagen. Sie geht in die Schweiz ins Exil. Dort erhält sie – für die Schreiben wie Atmen ist – Publikationsverbot. Dreimal fährt sie in dieser Zeit nach Jerusalem, von der letzten Reise wird sie nicht zurückkehren. Die Schweiz verweigert ihr das Visum für die Rückreise. Am 22. Januar 1945 stirbt Else Lasker-Schüler. Die Totenmaske zeigt ein freundliches und mit dem eigenen Leben versöhntes Gesicht.

Welche Kraft hat sie all die Kränkungen, Demütigungen und tragischen Erfahrungen ihres Lebens seelisch überleben lassen? Die Kraft der Imagination, eine reiche Phantasie und ein großes dichterisches Talent trugen sie durchs Leben, eine seherische Potenz, die sich in Sätzen entlädt wie diesen: „Ich bin in Theben (Ägypten) geboren, wenn ich auch in Elberfeld zur Welt kam im Rheinland. Ich ging elf Jahre zur Schule, wurde Robinson, lebte fünf Jahre im Morgenland und seitdem vegetiere ich.“ Wie wohl bei kaum einer anderen Dichterin zerfließen bei Else Lasker-Schüler Dichtung und Wirklichkeit, Realität und Fiktion. Mit dem sagenumwobenen Theben schuf sie eine von vielen Anderwelten, in denen sie zum „Malik“, zum Kaiser eines Reichs der Poesie und des Friedens zwischen den Religionen und Kulturen wurde.

 

 

Bei dem Textkonzert wirkt Günter Baby Sommer mit, einer der Legenden des DDR-Jazz, u.a. bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Schriftsteller*innen wie Günter Grass, Christa Wolf, Christoph Hain und Nora Gomringer. Die Fachzeitschrift Jazzpodium würdigte in ihrer jüngsten Ausgabe den Ausnahmemusiker mit einem hymnischen Portrait.

Das Textkonzert entführt den Zuhörer auf eine spannende Reise durch das Leben Else Lasker-Schülers, die sicherlich die schillerndste Figur in der literarischen Boheme Berlins in der Zeit des Expressionismus war. Noch einmal tauchen im Spiegel ihrer Dichtung aus der Perspektive ihres Jerusalemer Exils ihre Lebensstationen auf. Das Live-Hörspiel lässt die Dichterin zu Wort kommen und verleiht ihr so ein Nachleben, das sie in einem Vers bereits prophetisch erahnt hatte: „Längst lebe ich vergessen im Gedicht“. Die vom Perkussionisten Günter „Baby“ Sommer gestalteten Klangwelten entführen den Zuhörer auf magische Art und Weise in die exotischen Phantasiewelten der Dichterin.

Else Lasker-Schüler, die so gerne mit den sexuellen Identitäten spielte, wird in dem Textkonzert bewusst durch eine weibliche und eine männliche Stimme dargestellt. Dabei gibt es auch ein Wiedersehen mit Bernd Kuschmann, den viele Theatergänge aus der Holk Freytag-Ära des Wuppertaler Schauspiels noch in bester Erinnerung haben.

Erstmals arbeitet das Theater Anderwelten mit dem Wuppertaler Medienkünstler Gregor Eisenmann zusammen, dessen Licht- und Videoinstallationen einen neuen Erfahrungsraum für die Besucher der Literarischen Revue kreieren.

 

MITWIRKENDE

Katharina Sommer (Else Lasker-Schüler)
Bernd Kuschmann (Else Lasker Schüler)
Felicitas Backes (Else Lasker-Schüler als Kind)
Günter „Baby“ Sommer: Perkussion/Schlagwerk
Licht- und Videoinstallation: Gregor Eisenmann

 

Eine Produktion des Theaters Anderwelten

Kooperationspartner*innen
Else Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V., Wuppertal & Zentrum für Verfolgte Künste, Solingen

Details

Datum:
5. Mai 2019
Zeit:
11:00 - 13:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstalter

Theater Anderwelten
E-Mail:
heiner.bontrup@literaturzeit.net
Website:
https://www.theater-anderwelten.de/

Veranstaltungsort

Zentrum für verfolgte Künste
Wuppertaler Straße 160
Solingen, 42653 Deutschland
+ Google Karte
Website:
https://www.verfolgte-kuenste.de/