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SUMMARY:‚DER PRINZ UND DER BARBAR‘ – ELSE LASKER-SCHÜLER UND GOTTFRIED BENN | Lichtbildervortrag
DESCRIPTION:Lichtbildervortrag \nVortrag über die besonder Beziehung zwischen Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn\, die einander ‚Wegrand‘ waren. \nModeration: Hajo Jahn \nRezitation: Angela Winkler und Bernd Kuschmann \nBass u. Saxophon: Harald Eller. \n  \n„Der Prinz und der Barbar“ lautet der Titel des letzten von drei Lichtbildervorträgen von Hajo Jahn am kommenden Donnerstag\, 26. September\, um 18 Uhr im Von der Heydt-Museum als Einführung zur großen ELS-Ausstellung ab 6. Oktober. Angela Winkler und Bernd Kuschmann rezitieren am Donnerstag die erotischen Liebesgedichte zwischen Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltet Harald Eller. \n„Eine Frau ist etwas für eine Nacht / Und wenn es schön war\, noch für die nächste“. Dieses chauvinistische Zitat stammt aus Gottfried Benns Gedicht „D-Zug“  von 1912. Berlin 1912. Benn nennt sich „Tiger“. Sie nennt sich Jaguar\, aber am liebsten Jussuf: Else Lasker-Schüler liebt Gender-Rollen und erklärt ihren 17 Jahre jüngeren Geliebten zum Dschungelkönig. Die poetische Liaison zwischen dem „Prinzen Jussuf“ und dem „Barbaren“ Gottfried Benn gehört zu den wildesten Beziehungen der Literaturgeschichte. Else Lasker-Schülers erotischen Lyrik-Antworten ist Frauen-Emanzipation. \nDass die damals bereits berühmte Dichterin Else Lasker-Schüler den unbekannten Lyriker und Arzt Dr. Gottfried Benn protegiert\, ist ein veröffentlichtes Geheimnis: Ihre Beziehungs-Lyrik erscheint in expressionistischen Zeitschriften über Monate\, live zum Mitlesen. Die explodierende Syntax  war der Sound der neuen Zeit Und  die Gedichte\, die sie sich schrieben\, waren beliebtes Unterhaltungs-Thema: In den Cafès von Berlin wurden sie von der literarischen Welt nachgelesen und diskutiert. Bis heute bleiben diese Verse das erste lyrische Duett zwischen Mann und Frau in der deutschsprachigen Lyrik. Selten ist Sex metaphorisch witziger und expressionistischer überhöht worden als in der poetischen Liaison von Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn. \nIn ihren Gedichten\, die sie sich gegenseitig schrieben\, kündigt sich der Übergang zur Popkultur an: der Körper\, der in der Jazz- und Popmusik ganz anders zu seinem Recht kommt als je zuvor: tanzend\, hörend\,  sinnlich.  Benn und die Lasker- Schüler sind damit die ersten Schreiber von „lyrics“. \nText: Hajo Jahn.
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LOCATION:Von der Heydt-Museum\, Turmhof 8\, Wuppertal
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